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Arbeitsunfall vom 15.02.2016 bei der Kläranlage Baden-Baden/Sinzheim

Datum: 06.10.2016

Kurzbeschreibung: Ermittlungsverfahren eingestellt

Am 15.02.2016 kam es auf dem Gemeinschaftskläranlage Baden-Baden/Sinzheim zu einem tödlichen Arbeitsunfall. Der Beschuldigte, Inhaber einer Heizungsbaufirma, hatte die Aufgabe, einen neu entwickelten Filter in die Klärschlammverbrennungsanlage einzubauen. Der Geschädigte, Mitarbeiter einer Firma, die an der Entwicklung des Filters beteiligt gewesen war, half ihm dabei. Beim Anheben des 2,5 Tonnen schweren Filters mittels zweier Handhubwagen kam der Filter ins Rutschen und begrub den Geschädigten unter sich, der noch an der Unfallstelle verstarb. Wenngleich nach den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sowohl der Beschuldigte, als auch der Geschädigte in elementarer Weise die Sicherheitsvorkehrungen beim Transport und beim Aufbau einer derart sperrigen und schweren Last außer Acht gelassen hatten, muss sich der Beschuldigte dafür strafrechtlich nicht verantworten. Die Staatsanwaltschaft stellte am 08.09.2016 das Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung mangels hinreichenden Tatverdachts ein, da dem Beschuldigten der Tod seines Kollegen nicht in strafrechtlich relevanter Weise zuzurechnen ist, denn dessen Tod war letztlich Folge einer eigenverantwortlichen Selbstgefährdung, die vom Beschuldigten lediglich gefördert wurde. Beiden Personen war klar, dass die gewählte Art des Transports ein ganz erhebliches Risiko in sich barg und beide Personen gingen gemeinsam dieses Risko ein, das sich für den Verstorbenen in tragischer Weise realisierte.

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